Mein Fazit zu dieser Entscheidung:

Der Jakobsweg war für mich mehr als nur ein Weg von Ort zu Ort.
Er war voller Begegnungen, Gedanken, vielen Zweifeln,  schöner Momente und Herausforderungen. Ich habe Landschaften gesehen, die mich sprachlos gemacht haben, Menschen getroffen, die ich nie vergessen werde, und Seiten an mir entdeckt, die im Alltag oft verborgen bleiben.

Doch der wichtigste Teil dieser Reise ist vielleicht genau dieser: ehrlich zu merken, wann etwas nicht mehr gut für einen ist.

Ich habe mich entschieden, meinen Weg früher zu beenden, weil mein Körper und mein Kopf mir deutlich gezeigt haben, dass ich eine Pause brauche. Diese Entscheidung war nicht leicht. Aber sie war richtig. Der Jakobsweg lehrt nicht nur Durchhalten — sondern auch, auf sich selbst zu hören.

Auch wenn ich Santiago diesmal nicht erreicht habe, fühlt es sich nicht wie Scheitern an. Jeder Schritt, jede Etappe und jeder einzelne Tag unterwegs waren Teil meiner persönlichen Reise.

Mein Dank geht an …

Danke an alle Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben — für Gespräche, Nachrichten, Lachen, offene Türen und kleine Gesten, die unterwegs plötzlich ganz groß werden.

Danke an meine Familie, Svenja und Nico, es hat gut getan, von Euch so super unterstützt zu werden, und an Mama, dass du verstanden hast, warum ich losgegangen bin.

Danke an Dich Thomas, dass du die ganze Zeit für mich da warst und alles probiert hast, mir Möglichkeiten aufzuzeigen, um vielleicht doch weiter zu machen, aber auch meine Entscheidung unterstützt und respektierst.

Danke an alle meine Freunde für euren ständigen Support, eure Nachrichten und euer Verständnis.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wichtig diese Nachrichten sind, die einen unterwegs erreichen und motivieren.


Danke an die Menschen, die ich unterwegs kennenlernen durfte. Manche nur für einen Abend, manche für mehrere Tage — aber jede Begegnung hat Spuren hinterlassen.

Danke an Corinna, Maya und Silva, die an mich geglaubt haben und nun den Weg vielleicht auch ein bisschen für mich beenden.

Und danke an mich selbst, dass ich den Mut hatte, überhaupt loszugehen.

Zum Thema Stolz

Stolz bedeutet nicht immer, ein Ziel bis zum Ende erreicht zu haben.
Manchmal bedeutet Stolz einfach, den ersten Schritt gegangen zu sein. Weiterzumachen, obwohl es schwer wird. Ehrlich mit sich selbst zu sein. Und den Mut zu haben, aufzuhören, wenn die eigene Gesundheit wichtiger wird als irgendein Ziel auf einer Karte.

Ich bin stolz auf jeden Kilometer, den ich gegangen bin.
Stolz auf die Erfahrungen.
Stolz darauf, es versucht zu haben.

Der Weg endet vielleicht früher als geplant — aber die Reise bleibt.